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Der Schriftsteller Frank Lost, der seit vielen Jahren in Berlin lebt, neuerdings im Ostteil der Stadt, in der entstehenden "neue Mitte" Berlins, wird in einer Lebenskrise von seiner Lektorin mehr oder weniger gezwungen, zur Vermarktung seines neuen Lyrikbandes ein paar Lesetermine in der "Provinz" abzuhalten. Widerwillig läßt er sich darauf ein.
Schon auf seiner Reise, die ihn dann auch in seine Heimatstadt Biberach, die er viele Jahre lang nicht mehr gesehen hat, gerät er ins Sinnieren und Erinnern. In Biberach streift er durch die altvertrauten und doch fremd gewordenen Gassen. Er sucht das Grab seiner Mutter auf. Erinnerungen bedrängen ihn. Wo sind sie hin, die alten hoffnungsvollen Zeiten? Was ist aus all den Erwartungen und mehr oder wenigen utopischen Visionen der späten sechziger und frühen siebziger Jahre geworden? Alles Vergangenheit. Nach der Lesung erfährt er, daß der "Strauß", die früher so oft aufgesuchte Kneipe in der Altstadt, abgebrannt ist. In der Nacht hat er einen Albtraum. Ein zwölfjähriger Junge, Sohn einer früheren Bekannten, überreicht ihm bei einer Begegnung in der Stadt ein Gedicht, denn er schreibe auch Gedichte. Unbeachtet, zermürbt, steckt Lost den Zettel ein; und holt ihn erst aus der Tasche, als der Junge ihm ein zweites Mal begegnet. Er liest das Gedicht und findet es gut - viel besser als seine eigenen. Wieder macht sich, wie schon zweimal zuvor, sein innerer Dämon bemerkbar, der ihn verhöhnt. Wird der Schriftsteller aus seiner Lebens- und Schreibkrise herausfinden, oder war sein bisheriger Lebensweg nur von Illusionen - über sich, über die Gesellschaft, die Welt - gekennzeichnet? Auf diese Frage gibt der Film keine Antworten mehr.
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