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BERLINER ELEGIE II


für raphael s.

irgendwo gab es das land, wo das korn
stand, in hellem braun, das sich der wohl
wollenden hand des winds in gewittrigen
schauern schmiegte;
eine sanft gewellte
bewegung diagonal in den aufgelichteten
horizont.

hier spucken die quader der stadt
hitze, mit der sie der kontinentale sommer füllt.
versengte gefühle in staubigen parks.
touristen mit beigen mützen
(verformten tropenhelmen) hängen
träge über die reling; boote, schiffe
kreuzen in kanälen kreuz & quer durch die
metropolitanen bezirke; kreuzfahrer, - ritter, (- berg)
mit einer verblassenden ahnung von venedig
im hirn, vermutlich mit steifem kreuz
und mit dem diminutivum, sozusagen, desselben
um den hals. nachts suchen hippe jungs
und recycelte casanovas im leder
- auch gummi&latex - in den katakomben der
urbs den ihnen angemessenen - mit welcher latte,
welchem halsband? - sex.