V F.H. und wie er seine Welt sah

"VI.
We fall helplessly into Rome."

The Fall of Rome: A Traveller's Guide, in:
Anne Carson; Glass, Irony and God; New Directions Books
80 Eighth Avenue, New York 10011, 1995

Massenabschlachtungen aus Verantwortungsgefühl - für einen klaren Verstand ist das ein bißchen zuviel. Und doch war es da, dieses Verantwortungsgefühl für ein streitendes, götzendienerisches, chaotisches Universum. Müssen wir sie vor sich selbst schützen? dachte er. Sie spielen jeden Moment mit dem Nichts - aber was ist das für ein Schutz? Was für ein miserabler Therapeut bin ich, daß ich Massenmorde durch Massenmord abschaffen will? Oder doch zulasse, daß solches geschieht? Was es den Preis wert, den seine Vision enthüllt hatte? 16 (Paul Muad'dib)

"Verfassungen sind die äußerste Tyrannei", sagte Paul. "Sie sind organisierte Macht in einem Maßstab, der alles überwältigt. Die Verfassung ist mobilisierte gesellschaft-liche Macht und hat kein Gewissen. Sie kann darum von den jeweils herrschenden Machtgruppen usurpiert und nach ihren Bedürfnissen gestaltet und ausgelegt werden. In solchen Händen wir sie zum Unterdrückungsinstrument, das den Unterdrückten jede Würde und Individualität nimmt." 17

In einem Krieg, erwiderte die Ehrwürdige Mutter, sei eine Umwertung aller bestehenden Begriffe unvermeidlich. 18

Wer überschwemmte den Markt von Arrakeen mit diesen Kartenspielen? Und warum war das Tarock in dieser Zeit und an diesem Ort plötzlich so in Mode gekommen? Hatte es den Zweck, die Zeit zu trüben? 19

"(....) Denn auch Religion ist eine Waffe. Und welch eine Waffe ist Religion, wenn sie an die Regierung kommt." 20

"Erklären Sie sich!" befahl sie. "'Erkenne dich selbst': ist es das?" fragte er. 21

"Sie wurden beide zum Regieren erzogen", sagte er. "Sie wurden für eine ebenso eingebildete wie unersöttliche Machtgier konditioniert. Sie wurdem mit einem zupackenden machtpolitischen Pragmatismus und einem tiefen Bewußtsein für den strategischen Nutzen von Krieg und religiösem Fanatismus durchtränkt. Natürliches Gesetz? Was für ein natürliches Gesetz? Dieser Mythos geht wie ein Spuk durch die Menschheitsgeschichte.(...)" 22

"Er lachte. Und er sagte: ‚Die Leute wollen keinen Buchhalter zum Herrscher; sie wollen einen Herrn, eine starke Persönlichkeit, jemanden, der sie vor Veränderungen schützt." 23

"Die Leute wollen Ordnung von dieser oder jener Art. Sie sitzen im Gefängnis ihrer Bedürfnisse und sehen, daß Krieg zum Sport der Reichen geworden ist, einem Sport, der nur zu ihren Lasten geht." 24

Aber die Trägheit der Apparate war stärker gewesen, und bald war alles in die alten Muster zurückgefallen. Es war wie eine Gummimaske; man konnte sie ziehen und drücken und in jede beliebige Form bringen, ließ man sie los, nahm sie sofort wieder die alten Umrisse an. 25

Eine Bene Gesserit konnte sich nicht dem Bewußtsein der Gene und ihrer Möglich-keiten entziehen. Alte Frustration erneuert sich: dieser hartnäckige Dummkopf von einem Atreides! Wie konnte er seine kostbaren Gene der Nachwelt verweigern? Ein Übermensch! 26

"Du kannst Politik nicht auf Liebe aufbauen", sagte er trocken. "Die Leute sind an Liebe nicht interessiert; sie ist zu unordentlich. Sie ziehen Despotismus vor. Zuviel Freiheit gebiert Chaos. Das können wir nicht gebrauchen, nicht war?" 27

"Ach, Gesetze", sagte er. Er ging zum Fenster, zog mechanisch die Vorhänge zurück, als könnte er hinaussehen. " Was sind Gesetze? Versuche, die Raubtiernatur des Menschen zu sozialisieren? Die Bemühen von Machtgruppen, ihre usurpierte Herrschaft zu legalisieren? Mittel zur Durchsetzung und Zementierung von Minderheiteninteressen? Du darfst dir die Gesetze nicht zu genau ansehen. (...) 28

Dieser Einheitskomplex konnte ihr den eigenen Vater als Liebhaber präsentieren. Gespenstische Schatten tanzten in ihrem Kopf, Menschen einer anderen Möglichkeit in einer verfremdeten Realität. 29

Religiöse Erfahrung bedarf einer Spontaneität, die mit den Gesetzen des Staates kollidieren muiß und von ihnen unterdrückt wird. 30

(...) Krieg ist nützlich, weil er sich auf so vielen Gebieten auswirkt. Er stimuliert den Stoffwechsel der Gesellschaft. Er zwingt zu wirksamer Verwaltrung und Regierung. Er vermengt unterschiedliche genetische Gruppen. (...) 31

Eine Maxime der Bene Gesserit verdeutlichte ihr zusätzlich die den Tatsachen entsprechende Tendenz seiner Aussage: ‚Jede Diskussion verfolgt den Zweck, den Wahrheitsgehalt einer Tatsache zu entstellen.' 32

"(....) In der Vergangenheit gab es zahllose Zivilisationen, deren Gesellschaftsformen auf dem Gleichheitsprinzip vor dem Gesetz basierten. Narreteien wie diese dienen lediglich dazu, das hierarchische Gefüge zu zerstören. Jedes Individuum ist nur daran zu messen, welchen Wert es für die Gesamtgesellschaft hat. (...)" 33 (Baron Harkonnen)

Es gibt in der Geschichte einige populäre Illusionen, die eine erfolgreiche Religion nicht außer acht lassen darf: die, daß böse Menschen niemals siegen werden; die, daß nur dem Tapferen die Ehre gebührt; die, daß Bescheidenheit die beste Zier ist; die, daß Taten mehr zählen als Worte; die, daß der Tugendhafte letztlich triumphiert; die, daß eine gute Tat in sich selbst schon eine Belohnung ist; die, daß man jeden schlechten Menschen zu bekehren vermag; die, daß religiöse Talismane einen vor den Dämonen bewahren; die, daß nur Frauen in der Lage sind, die Mysterien der Vergangenheit zu verstehen - und daß die Reichen dazu verflucht sind, auf weg unglücklich zu sein ... Aus den Einleitungsworten der Missionaria Protectiva 34

"(....) Ich bin mit dir hierhergekommen, um klarzustellen, wessen das Imperium am dringendsten bedarf. In erster Linie benötigt es eine gute Regierung. Und das hat weniger mit irgendwelchen erlassenen Gesetzen zu tun, sondern hauptsächlich mit der jeweiligen persönlichen Qualifikation der Herrschenden." 35

Der einundachtzigste Padischah des Hauses Corrino hatte den Goldenen Löwen-thron, der ihm die Macht über die unzähligen Welten des Imperiums verlieh, mit dem Plan bestiegen, aus Arrakis einen Prüfstein für jene Politik zu machen, mit der er später sein gesamtes Reich beglücken wollte. 36

Hatte eine Priesterschaft überhaupt eine andere Funktion, als abweichende Ansichten zu bekämpfen? 37

"Du denkst an einen Infektionsagenten?" 38

"(...) Es ist wirklich ein herausragendes Charakteristikum des Menschen, den Eroberer auch noch zu kopieren!" 39

Eine beherrschte Bevölkerung muß darauf konditioniert werden, Machtworte als tatsächliche Dinge hinzunehmen und das symbolisierte System des greifbaren Universums zu verwirren. 40 (Prinzessin Irulan)

"Ich bin nur gekommen", sagt der Prediger, "um eine einfache Frage zu stellen. Bedingt der Tod Muad'dibs den moralischen Selbstmord der gesamten Menschheit? Sind das die unvermeidlichen Folgen eines Messias?" 41

Warum versteht ihr Muad'dib nicht? Wenn die Gewißheit bedeutet, die Zukunft absolut zu kennen und ihr nicht ausweichen zu können, stellt sie nichts anderes als den sicheren Tod in Verkleidung dar! 42

Wir können uns noch immer an die goldenen Tage vor Heisenberg erinnern, der uns die Mauern, die unsere Schlußfolgerngen begrenzten, zeigte. 43 (Leto II)

In diesem Imperium hat der Friede nur eine Bedeutung: Er dient der Weiterver-breitung einer bestimmten Lebensweise. 44

" (...) Es ist die Zukunft, die die Gegenwart formt. (...)" 45

Muad'dib muß immer den inneren Zorn gegen die Mächtigen, die Scharlatane und die dogmatischen Fanatiker hervorrufen. Er repräsentiert den inneren Zorn, der zum Ausbruch kommen muß, weil Muad'dib uns eine Sache lehrte, die über allen anderen steht: Daß die Menschheit nur überdauern kann, wenn sie sich zu einer Bruderschaft sozialbewußter Individuen entwickelt. 46

"Auf unserem Haus liegt ein Fluch." 47 (Paul Atreides)

"In jeder Zivilisation gibt es ein vorherrschendes Mysterium", sagte Leto. "Es entwickelt sich zwangsläufig zu einer Barriere gegen jedliche Art von Veränderung. Das führt dazu, daß vernünftige Generationen den Bedrohungen des Universums unvorbereitet ausgeliefert sind. Alle Mysterien sind sich darin einig.Sie alle erzeugen Barrieren, ganz gleich, ob es sich in ihnen um religiöse, umd die eines heldenhaften Führers, die des Messias', solche der Wissenschaft und Technik oder solche der Natur handelt. (...)" 48

Idaho kannte die wirtschaftlichen Verhältnisse des Imperiums, wenn auch nur in den einfachsten Grundzügen: Es gab keine Ratenkäufe; alle Geschäfte wurden in bar abgewickelt. 49

Alle Revolten sind gewöhnlich. Diem äußerste Langeweile. Eine folgt dem Muster der anderen. Eine ist wie die andere. Die Antriebskräfte bestehen aus Adrenalinabhängigkeit und dem Verlngen, persönliche Macht zu erringen. Sämtliche Rebellen sind verkappte Aristokraten. 50

Moneo versteht etwas von Armeen. Er weiß, daß nur Naren daran glauben, daß Armeen das Basisinstrumentarium der Regierenden waren. 51

"Aber das Genie ist nicht tot. Die Technik ruft Anarchie hervor. Sie drängt den Menschen an den Rand. (....)" 52

Wie allgemein bekannt, ist der hyraulische Despotismus nur dann durchführbar, wenn ein Stoff oder ein Umstand, von dem das allgemeine Leben absolut abhängig ist, von einer relativ kleinen und zentralisierten Kraft kontrolliert werden kann. 53

EM Syaksa betont, daß Lord Leto möglicherweise so weit gehen könnte, eine neue Krankheit einzuführen, die man ausschließlich mit Melange unterdrücken kann. 54

Der Einfluß der Geographie auf die Geschichte ist fast nicht wahrgenommen worden, dachte Leto. 55

Es ist euch nicht zu Bewußtsein gekommen, daß eure Ahnen Überlebende waren, und daß das Überleben selbst manchmal brutale Entscheidungen verlangt - eine Art zügelloser Wildheit, an deren Unterdrückung die zivilisierte Menschheit äußerst hart arbeitet. 55

Das Militär sollte einen Jugend- und Pubertätskult bertreiben? Irgend etwas daran klang wahr. Auch er hatte so seine Erfahrungen gemacht ... "Der Homosexuelle - ob er es nun latent ist oder nicht -, der diesen Umstand aus Gründen, die man nur psychologisch erklären könnte, aufrechterhält, neigt dazu, schmerzhafte Erfahrungen herbeizusehen - er sucht dies für sich selbst und verhängt sie über andere. Lord Leto sagt, dies sei auf Initiationsriten in der prähistorischen Horde zurückzuführen." 57

"(....) Ich glaube, er glaubt an den Zufall. Ich glaube, das ist sein Gott." 58

Der Feudalismus hält alles im Griff, manchmal als Politbüro oder etwas ähnliches getarnt - aber stets allgegenwärtig. Macht wird erblich; das Blut der Mächtigen dominiert. 59

"(....) Ich spreche von einer Krankheit, die sich Regierung nennt. Sie wurde von den Griechen erfunden und an die Römer weitergegeben, die sie schließlich dermaßen weit verbreiteten, daß sie nie ganz ausstarb." 60

Die kleinen Leute, die Regierungen an die Macht lassen, die versprochen haben, die soziale Last gleichmäßig zu verteilen, finden sich plötzlich in den Händen bürokratischer Aristokraten wieder. 61

"(....) Die Technik konditioniert jene, die sie benutzen, so, daß sie miteinander umgehen, wie sie es mit Maschinen tun." 62

"(....) Glaubst du, ein Mann hätte das erste Gildenschiff entworfen? Deine Geschichtsbücher sagen, es sei Aurelius Venport gewesen? Sie haben dich belogen. Es war Norma, seine Geliebte. (....)" 63

"Weißt du eigentlich", fragte er seinen imaginären Besucher, "daß der Hula eine uralte Zeichensprache verkörpert, die nur den Männern vorbehalten war? Du hast noch nie vom Hula gehört? Das ist verständlich. Wer tanzt ihn auch noch? (....)" 64

"(....) Der von mir begründete Monotheismus dominiert zwar, aber das originale Pantheon besteht noch; es hat sich in den verschiedensten Verkleidungen in den Untergrund begeben." 65

"(....) Gefängnisse dienen nur dazu, die Illusion zu erzeugen, daß Gerichtshöfe und Polizei einen Nutzen haben. (...)" 66

"(...) Ein schlechter Administrator hingegen zögert, trödelt herum und ruft nach Ausschüssen, Akten und Gutachten. (....)" 67

Es hat mich fortwährend erstaunt, wie das Volk sich vor den Erinnerungen seiner Ahnen drückt und sich hinter dicken, mythischen Barrieren verschanzt. 68

Hielt sich Leto demnach an das Weinverbot der alten Fremen? 69

"Ich habe ihm gegenüber erwähnt, daß es einige Dinge gäbe, die der Mensch besser nicht erfinden solle." 70

"(....) Die Historie ist ein beständiges Wettrennen zwischen Erfindungen und Katastrophen. (...)" 71

Was ich ausmerze? Die bourgeoise Verblendung vom gütlichen Erhalt der Vergangenheit. 72

Seine Haut war tiefbraun, aber als er eine kaum merkliche Bewegung machte, verschob sich sein Einteiler und offenbarte auf der linken Schulter einen blassen Fleck. 73

Am besten leben die Menschen, wenn jeder seinen Platz hat, an den er gehört, wenn er weiß, welche Funkton er im Gesamtschema ausfüllt und wie weit er es eventuell bringenkann. Vernichte seine Position und du vernichtest den Menschen. Lehrsatz der Bene Gesserit 74

"Er ist ein Ghola, kein Klon." 75

Sie sind sexuelle Ungeheuer, hatten seine Informanten ausgesagt. Sie versklaven Männer mit der Macht der Sexualität. 76

Das Gesetz ist stets auf Seiten derer, die es durchsetzen. Ethik und juristische Gewissenhaftigkeit haben wenig damit zu tun, wenn die Frage lautet: Wer hat die Macht? Die Bene Gesserit-Ratsversammlung über Verfahrensfragen 77

Odrade, fünf Jahre alt, das gemütliche Haus auf Gammu. Die Straße, an dem das Haus liegt, wird umsäumt von Gebäuen, die den Wochenendhäusern der Mittelklasse ähneln, die man in den Küstenstädten des Planeten findet - niedrige, einstöckige Häuser an breiten Alleen. 78

Es gab eine Menge paradiesischer Planeten im Alten Imperium - und möglicherweise noch viel mehr im Bereich der Völker der Diaspora.Menschen schienen stets fähig zu sein, sich auf dermäßen närrische Experimente einzulassen. Völker, die an solchen Orten lebten, trödelten meist herum. 79

Die Täuschung war nicht so schwierig, wie manche annahmen. Die meisten Menschen wollten geführt werden. 80

"Die Geschichtsschreibung ist größtenteils eine Irreführung. Die meisten historischen Aufrechnungen lenken die Aufmerksamkeit nur von den geheimen Kräften im Umfeld der aufgezeichneten Ereignisse ab." 81

"(....) Hat man dir erzählt, daß nostalgische Gefühle oft vom Geruchssinn abhängig sind?" 82

Galach, eine elegante Schrift mit fließenden Linien; sie paßte zu den Bene Gesserit. 83

Der Rabbi hatte vor, sie den Geehrten Matres auszuliefern. 84

Sie träumten den immerwährenden Traum von der Demokratie, und dann gab es immer noch das Unbekannte. 85

"Wir wissen nicht einmal, ob der Warpraum uns ein Universum oder viele zeigt ... oder sogar eine unendliche Anzahl expandierender und kollabierender Blasen." 86

Die Unterdrückten lernten stets von den Unterdrückern. Und kopierten sie. Wenn der Tag der Rache gekommen war, war die Bühne bereit für eine weitere Runde in Sachen Rache und Gewalt - mit vertauschten Rollen. Und umgekehrt, und umgekehrt, ad nauseam. 87

"Die Geehrten Matres haben als Terroristen angefangen. Sie waren anfangs Bürokraten, und der Terror ihre gewählte Waffe." 88

"(...) Eine kopflastige, für den Wähler unangreifbare Bürokratie expandiert stets bis an die Energiegrenze des Systems. Sie bestiehlt die Alten, die Rentner, und alle anderen. Speziell bestiehlt sie jene, die wir einst die Mittelklasse genannt haben, weil dort die meiste Energie herkommt." 89

"Eine Demokratie ist sowieso eine dumme Idee!" "Einverstanden. Sie ist empfänglich für Demagogen. Dies ist eine Krankheit, die ein auf Wahlen basierendes System verletzlich macht. Dennoch: Demagogen sind leicht zu identifizieren. (...)" 90

"(...) Die Fehler, die man gemacht hat, begräbt man unter neuen Gesetzen. (...)" 91

"Dann führt man eine Kampagne gegen die apathische Wählerschaft. Damit sie sich schuldig fühlt. Man macht sie noch abgestumpfter." 92

Verlaß dich nicht auf Theorien, wenn dein Leben auf dem Spiel steht! Bene Gesserit-Kommentar 93

"Die Grausamkeit, die wir unseren Feinden zeigen, wird stets von der Lehre gemildert, die wir zu erteilen hoffen." 94

"(....) Vergiß nicht: Akzeptierbare Narkotika können besteuert werden, um Gehälter zu zahlen oder um Arbeitsplätze für nachlässige Funktionäre zu schaffen!" 95

Die Kassenführung der Bene Gesserit rechnete auchnicht nur in Geld.Der Solar oder vergleichbare Währungen waren nicht alles für sie. Sie vertrauten auf ihr Volk, auf Nahrung, auf Zahlungen, die manchmal für Jahrtausende fällig waren, Zahlungen, die oftmals Sachwerte waren: sowohl Material als auch Loyalität. 96

"(...) Die Vergangenheit muß durch die Gegenwart reinterpretiert werden." 97

Die Menschlichkeit handelte als "Bestie in einem". Die Kräfte,die das Große Kollektiv-Tier dazu veranlaßten, gingen bis in die Zeiten der Stammesverbände und weiter zurück, wie so viele Triebe, auf die der Mensch ohne nacbzudenken reagierte. Kombiniert die Gene! 98

"War das eine Anspielung auf den Wahnsinn jener dramatischen Ereignisse, die Kriege stets mit sich bringen?" 99

Nicht nur ihre geliebte Ordensburg, das gesamte menschliche Universum schien aus den Fugen zu gehen und neue Formen anzunehmen. 100

Menschen und andere Tiere, als Angriffswaffen gezüchtet, rollten an sienen Augen vorbei, verbargen die Konsole und ihre Projektion. 101

Marschiere nicht mit jenen durch die Straßen, die diene Vorurteile teilen. Laute Ausrufe sind meist am leichtesten zu ignorieren. "Na, ichmeine, guck sie dir doch an, wie sie sich ihre dämlichen Lungen aus dem Leib schreien! Und mit denen willst du gemeinsame Sache machen?" 102

"Dies sind politische Fragen", sagte Odade. "Sie zeigen, daß die Motive der Bürokratie im direkten Widerspruch zur notwendigen Anpasung an Veränderungen stehen. (...)" 103

Das auf sie gerichtete Lasgun-Feuer erzeugte saubere Atomexplosionen in klar umrissenen Gegenden. 104

In der Diaspora wurde also mit bakteriologischen Waffen gekämpft. 105

Was lehren uns heilige Ereignisse? Haltet aus! Seid stark! Seid für Veränderungen und für das Neue bereit! Sammelt viele Erfahrungen und beurteilt sie nach dem standhaften Charakter eures Glaubens. Tleilaxu-Doktrin 106

Epilog

"This is the end, my friend"
The Doors

Verf. hatte vor, diese und andere, hier nicht aufgeführte Zitate jeweils mit einem Kommentar zu versehen, um bestimmte Hintergründe, das Sammelsurium aus diversen Mythologien, esoterischen und orientalischen und okzidentalen Ideologie- und Philosophieversatzstücken, tiefer auszuleuchten; der beschränkte Umfang dieses Artikels und der Endredaktionstermin jedoch erlauben es im Augenblick nicht. Auch war geplant, einzelne Begriffe des Glossars wie z.B. Ghola, der natürlich auf den mittelalterlich- mystische Figur des Golems von Rabbi Löw im Prager Juden-ghetto hinweist, oder z.B. "Fedaykin", deren Vorgänger die palästinensischen "Fedajin" sind, zu untersuchen, um literarisch-philosophisch- soziologische Her-künfte zu entziffern; dies erschien dann aber als nicht erforderlich, kann doch jede Leserin, jeder Leser selbst sich ein kleines Vergnügen daraus machen.

"Bringt mir den Kopf von Alfredo Garcia"
Titel eines Films von Sam Peckinpah

"Die Taliban behaupten, daß sie die Spur Usama Bin Ladins verloren hätten, daß sich der von Amerika mit einer Kopfprämie von inzwischen 25 Millionen Dollar gesuchte Extremist außerhalb des von ihnen kontrollierten Territoriums befinde. Seiner Umgebung soll er gesagt haben, daß er wahrscheinlich nur mehr Tage oder Wochen lebe, daß sie ihn töten sollten, bevor ihn amerikanische Truppen ergreifen. Derweil scheint sein langjähriger Gastgeber Mullah Omar mit Hilfe des muslimischen Rituals Istikhara Näheres über seine Zukunft herausfinden zu wollen. Dabei werden über sieben Tage und Nächte hinweg die Traumerscheinungen registriert und interpretiert." 107 ______________________________________________________________________________________________________

Anmerkungen

1 Stephan Vladimir Bugaj; Was liest die Zukunft?, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.4.20
2 Dr. Dietmar Dath, Im Malstrom der Bedeutung, in: F.A.Z., 2.4.2002
3 Dr. Holger Eckhardt, Science Fiction-Schriftstellerei: Eine Form von Dilettanten- emanzipation? In: NOVA 1, Dez. 2002, Wuppertal
4 Ders., a.a.O.
5 In: Linus Hauser, DUNE "Wurmgott Heilbringer", Heyne SF Magazin 12, München 1984
6 Dr. Dietmar Dath, Was ist das für ein großer heller Stern?, in: F.A.Z., 24.12.2002
7 Frank Herbert, Der Wüstenplanet, Der Herr des Wüstenplaneten, Die Kinder des Wüstenplaneten, Der Gottkaiser des Wüstenplaneten, Die Ketzer des Wüstenplaneten, Die Ordensburg des Wüstenplaneten; Heyne Science Fiction & Fantasy Bd. 6400, 6401, 6402, 6403, 6404, 6405,6405; Heyne Verlag, München 2001
8 Frank Herbert, Der Herr des Wüstenplaneten, S. 121
9 Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten, S. 5
10 Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten., S. 177
11 Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten, S. 639
12 F.H., Die Kinder des Wüstenplaneten, S. 649
13 F.H., Der Gottkaiser des Wüstenplaneten, S. 551
14 Sascha Mamczak, Nachwort zum Roman "Der Wüstenplanet"
15 Georg Seeßlen, David Lynch und seine Filme, Schüren Presseverlag 1995
16 F.H., Der Herr des Wüstenplaneten, S. 66
17 F.H., Der Herr ...; S. 77
18 F.H., Der Herr ...; S. 97
19 F.H., Der Herr ...; S. 99
20 F.H.; Der Herr ...; S. 116
21 F.H., Der Herr ...; S. 132
22 F.H.; Der Herr ...; S. 134
23 F.H.; Der Herr ...; S. 136
24 F.H.; Der Herr ...; S. 137
25 F.H.; Der Herr ...; S. 143
26 F.H.; Der Herr ...; S. 150
27 F.H.; Der Herr ...; S. 224
28 F.H.; Der Herr ...; S. 224
29 F.H.; Der Herr ...; S. 228
30 F.H.; Der Herr ...; S. 228
31 F.H.; Der Herr ...; S. 246
32 F.H.; Die Kinder des Wüstenplaneten; S. 103
33 F.H.; Die Kinder ...; S. 107
34 F.H.; Die Kinder ...; S. 110
35 F.H.; Die Kinder ...; S. 190
36 F.H.; Die Kinder ...; S. 201
37 F.H.; Die Kinder ...; S. 201
38 F.H.; Die Kinder ...; S. 242
39 F.H.; Die Kinder ...; S. 321
40 F.H.; Die Kinder ...; S. 332
41 F.H.; Die Kinder ...; S. 368
42 F.H.; Die Kinder ...; S. 371
43 F.H.; Die Kinder ...; S. 396
44 F.H.; Die Kinder ...; S. 443
45 F.H.; Die Kinder ...; S. 454
46 F.H.; Die Kinder ...; S. 524
47 F.H.; Die Kinder ...; S. 562
48 F.H.; Die Kinder ...; S. 645
49 F.H.; Der Gottkaiser des Wüstenplaneten; S. 40
50 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 42
51 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 62
52 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 63
53 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 110
54 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 111
55 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 119
56 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 140
57 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 145
58 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 149
59 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 167
60 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 183
61 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 238
62 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 256
63 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 264
64 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 265
65 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 314
66 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 325
67 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 346
68 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 434
69 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 483
70 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 558
71 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 558
72 F.H.; Der Gottkaiser ...; S. 574
73 F.H.; Die Ketzer des Wüstenplaneten; S. 8
74 F.H.; Die Ketzer ...; S. 55
75 F.H.; Die Ketzer ...; S. 111
76 F.H.; Die Ketzer ...; S. 123
77 F.H.; Die Ketzer ...; S. 218
78 F.H.; Die Ketzer ...; S. 272
79 F.H.; Die Ketzer ...; S. 665
80 F.H.; Die Ketzer ...; S. 682
81 F.H.; Die Ketzer ...; S. 696
82 F.H.; Die Ordensburg des Wüstenplaneten; S. 24
83 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 29
84 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 65
85 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 69
86 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 180
87 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 220
88 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 230
89 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 232
90 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 233
91 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 234
92 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 235
93 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 253
94 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 256
95 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 276
96 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 294
97 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 323
98 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 458
99 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 460
100 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 470
101 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 502
102 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 513
103 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 540
104 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 548
105 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 587
106 F.H.; Die Ordensburg ...; S. 620
107 Michael Martens, Ein teurer Krieg, in: F.A.Z., 24.11.2001

18.2.2003

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